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Lehrerin

Tracey möchte nicht, daß ihr Wohnort hier genannt wird. Das respektieren wir. Die ausgebildete Pädagogin berichtet: Der Tag ging wirklich schlimm los. Na, egal. Erstmal was zu mir. Ich habe  vor Jahren auf Lehramt studiert und auch eine Anstellung gefunden – bin allerdings nie verbeamtet worden sondern arbeitete immer im Angestelltenverhältnis. Die Schule, an der ich unterrichtete wurde mit einer anderen Schule zusammengelegt und Personal wurde entweder auf andere Einrichtungen verteilt oder – im Falle eines Angestelltenverhältnisses – freigesetzt und mit etwas Geld abgefunden. Ich unterrichtete Sport und Biologie. Ich war sehr beliebt bei den Schülern, da ich in Biologie fast ausschließlich praktische Sexualkunde gemacht habe. Unsere Schulbücher stammen leider noch aus der Zeit von 1958 und so bot ich meinen Schülern im Aufklärungsunterricht meinen Körper als Forschungsobjekt an. Meine Möse ist auch wesentlich ansehlicher als die Zeichnungen im Biobuch, sagten meine Schüler auch immer. Wie auch immer. Ich suche jetzt eben seit fast einem halben Jahr eine neue berufliche Anstellung. Heute Morgen war ich für ein Gespräch bei der Arbeitsagentur geladen und ich fuhr – wie immer – morgens mit dem Bus los. Die Busfahrt war schon an diesem Tag komisch. Ein Typ im Bus, der neben mir saß, verdrückte 7 Duplos und trank Kaffee wie Hölle. Dabei arbeitete der Typ – er hatte sein Notebook eingeschaltet und war über ein Handy online – an seiner Website. Bericht aus Bonn oder so war da der Titel. Ich kramte noch in meinen Unterlagen und holte meinen Brief von der Arbeitsagentur raus, um zu sehen in welchen Raum ist musste und wer mein Ansprechpartner war. Da rastet der Typ aus. “Wieso fahren Sie Bus? Arbeitslose sollten laufen!” Ich wusste nicht recht, was der Kerl von mir wollte. Er klappte sein Notebook zu und ging zum Busfahrer – während der Fahrt. “Die Frau dort hinten muss aus dem Bus raus! Die darf hier nicht fahren! Die ist arbeitslos.” Der Busfahrer forderte den Typen auf, sich zu setzen. Er weigerte sich. Der Busfahrer muss irgendeine Taste gedrückt haben, auf jeden Fall stiegen zwei Stationen weiter zwei Polizisten in den Bus und fragten den Mann, wo denn das Problem sei. Er wiederholte seine merkwürdige Forderung mich aus dem Bus zu schmeissen, da ich arbeitslos bin. Ich sagte gar nichts sondern schüttelte nur den Kopf. Ich musste jetzt eh aussteigen. Die Polizisten drohten dem Kerl darauf, ihn aus dem Bus zu werfen wenn er weiter den Fahrbetrieb stört. Sie wollten seine Personalien aufnehmen, er hatte seinen Ausweis nicht dabei und gab seinen Namen an. James Momo hieß der Irre. Er bot den Polizisten an, ihn in seine Firma zu begleiten. Da könnte er identifiziert werden. Die Polizisten nahmen nur den Namen und die Adresse auf, da ja bisher kein Vergehen vorlag und er kooperierte verzichten sie auf eine Identifizierung im Büro des Psychopathen. Dann musste ich aussteigen, die Polizisten verließen ebenfalls den Bus. Der Irre fuhr weiter. Ich ging die Straße runter zur Arbeitsagentur. Mein Gespräch bei der Arbeitsagentur verlief ganz gut. Mein Betreuer wollte zuerst meinen Körper sehen, da es um eine Anstellung als Sportlehrerin ging. Ich zog mich aus. “Ja, sie haben eine prima sportliche Figur. Sind ihre Vaginalmuskeln auch trainiert?” Ich antwortete wahrheitsgemäß mit “Ja”. Ich sollte mich dann auf den Gynostuhl setzen, damit er dies auch kontrollieren kann. Er fingerte mein Fötzchen und ich sollte dabei mit meinen Mösenmuskeln seine Finger zusammendrücken. Das machte ich. “Ja, Ihre Beckenbodenmuskeln und ihre Vaginalmuskulatur ist in Form. Ich werde Sie für die Stelle als Sportlehrerin an dieser privaten Bildungseinrichtung empfehlen.” Er gab mir ein Blatt Papier auf der die Kontaktdaten des potenziellen Arbeitsgebers standen und ich sollte mich dort melden. Das habe ich heute gemacht. Ich hoffe, ich kriege diesen Job. Wie sieht der Alltag eines Lehrers oder einer Lehrerin aus? Die Agentur für Arbeit hat uns freundlicherweise einige von Tracey Fotos zur Verfügung gestellt, damit sich junge Menschen – die sich gerade in der Phase der beruflichen Orientierung befinden oder die sich für ein Studium auf Lehramt interessieren -  einen Eindruck von der wichtigen Tätigkeit eines Lehrers oder einer Lehrerin machen können.

< Zu den Fotos >

Lehrerin
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Insider in Berufsbilder am 11. November 2010 » 1 Kommentar
bisher 1 Kommentar » Kommentare
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  1. Belästigt im Bus! | Bericht aus Bonn sagt am 11.November 2010 um 11:29 pm Uhr:

    [...] des Arbeitsamtes zu erkennen. Klarer Fall: Die Frau ist ARBEITSLOS, vermutlich sogar HARZ4-EMPFÄNGERIN und fährt trotzdem Bus. Ich unterrichtete den Busfahrer von diesem Vergehen und der ruft [...]

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