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Problematische Lebensläufe

Bei Heiner S.* (Name aus Sicherheitsgründen geändert! Das Gesicht wurde ebenfalls (siehe Foto) unkenntlich gemacht!) gab es einige Lücken im Lebenslauf. Mehrere Vorstrafen wegen Gewalttätigkeiten und Erpessung haben ihm einige Jahre Gefängnis eingebracht. Die zuständige Arbeitsagentur in Mainz wusste nicht so recht, wie dieser schwierige Charakter wieder ins Berufsleben integriert werden kann. Besonders problematisch: Heiner S. verfügt über keinerlei EDV-Kenntnisse und keinerlei Sprachkenntnisse. Das Internet hielt er bisher für “irgendeine obskure Unterorganisation der UNO”. Sind diese fehlenden Kenntnisse bei einem normalen Job hinderlich, so sind sie zugleich  auch Zugangsvoraussetzung für einen traumhaften Beruf als Medienwächter in Deutschland (in Iran und China gibt´s dieses Berufsbild ebenfalls, dort sind die Zensoren aber qualifiziert!).  Wir vermittelten Heiner S. an eine sogenannte Medienschutzstelle im Mainzer Raum. Dort wurde er (siehe Foto) erstmal auf all das, was es so an schlimmen Sachen im WWW gibt vorbereitet. Heiner S. berichtet nun von seiner neuen Tätigkeit: Ich bin bei einer Art Dauer-ABM angestellt. Unsere Einrichtung durchsucht das WWW nach extrem gefährlichen Inhalten. Beweise für die Gefährlichkeit dieser Inhalte gibt es zwar nicht, aber wir müssen ja irgendeinen Grund finden Pornos auf Gebührenzahler und Steuerzahlerkosten zu schauen! Da meine Vorgänger bereits den Großteil der deutschen Angebote ins Ausland vertrieben haben, schaffen wir nun immer neue Arbeitsfelder. Gehen nun z.B. auch gegen entwicklunsirgendwie (ich weiß das schwere Fremdwort nicht mehr!) Angebote vor. Wir arbeiten richtig hart und sehen mit ganz vielen anderen Leuten unserer Gruppierung im Jahr über 20.000 pornografische Seiten. Wir kaufen dort Zugänge und schauen uns auf Kosten der Steuerzahler, die wir dann vor diese Seiten schützen,  die tollen aber gefährlichen Mitgliederbereiche an. Das ist ganz schön viel was man zu sehen kriegt. Ich suche meistens über Fireball, diese Suchmaschine wurde mir von meinen Kollegen empfohlen. Bei einigen Seiten bin ich traurig wenn sie dann gesperrt werden. Ich drucke mir diese dann immer vor der Sperrung aus, da wir einen Farbdrucker im Labor haben. Die Seiten mit den dicken Frauen, den versauten Teenies, den Fetischmodellen, dex extragroßen Busen, dem üblen Frauenarzt, den ganz perversen Sachen und dem Lack und Latexzeug habe ich sogar mehrfach ausgedruckt, ich kann mir die nun auch Zuhause ansehen! Daß die von uns abgemahnten Fickseiten offline gehen hoffe ich jedoch nicht, weil ich hier ja meine Frauen immer kennenlerne. Das wäre schade wenn ich darauf  irgendwann verzichten muss. Pornos gucken, arbeitende Menschen terrorisieren und dafür noch Kohle kassieren: Ich bin froh über meine neue Beschäftigung! Wir danken Heiner für die Darstellung seiner Arbeit als Medienwächter in Deutschland.

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Insider in Berufsbilder,Sonstiges am 23. Oktober 2010 » 0 Kommentare
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